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Trends 2016 – wie Social Media unsere Wirtschaft weiter beeinflussen wird

von Bastian Scherbeck in Statement

Die Zukunft vorauszusagen ist ein Traum so alt wie die Menschheit: Vom Orakel von Delphi im alten Griechenland hin zu Nostradamus im mittelalterlichen Frankreich: Die Faszination dauert, trotz der Vielzahl nicht eingetroffener Visionen des 21. Jahrhunderts, bis in moderne Zeiten an.

Bis vor kurzem wurden Zukunftsvorhersagen vor allem auf Basis der Vergangenheit getroffen; angesichts moderner Kommunikationstechnologie und „real time data“ gestaltet sich der Blick in künftige Zeiten heute anders: Konstant fluide und in Echtzeit angepasst – von der Nachfrage nach Gänsen zur Weihnachtszeit bis hin zum Verkehrsaufkommen.
Entsprechend erkennen wir langsam Muster, nicht nur im Bezug auf wiederkehrende abstrakte Ereignisse, sondern auch im Bezug darauf, wie Menschen in Zukunft handeln werden.

Heutzutage ist klar, dass Social Media die Welt verändert. Es ist eine der größten kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen seit der industriellen Revolution und fängt gerade erst an zu wirken. Solche Entwicklungen nennt man disruptive Innovationen. Im Gegensatz zu generischen Nachfolgeprodukten und Weiterentwicklungen, sind sie im Stande aus sich selbst und über ihren eigentlichen Wirkungsbereich hinaus gesellschaftliche und ökonomische Trends zu generieren.

Social Media verselbstständigt sich, ganz ohne den Input oder Einfluss von Unternehmen, insbesondere ohne die Big Player.
Diese Entwicklungen machen sich schon lange in der Welt der klassischen Medien breit und durchdringen langsam aber sicher auch die Branchen, die am wenigsten damit gerechnet haben: Automobilindustrie, Gesundheitswesen, Lebensmitteleinzelhandel u.v.m.
Nehmen wir als Beispiel die sogenannte Sharing Economy, ein Trend, der sich vor allem in Unternehmen wie Uber und AirBnB niederschlägt: Hier werden bisher ungenutzte Ressourcen lokalisiert, neue und alte Muster herangezogen und somit neue Branchen, Ökonomien und nicht zuletzt ein neues (Konsum-)Verhalten geschaffen.

Auch abseits der klassischen Märkte spielen soziale Medien heute eine übergeordnete Rolle, nicht zuletzt bei vielen Wahlen rund um die Welt, u.a. in den USA, Indien und dem Iran. Angesichts solcher Entwicklungen können wir nur erahnen, wie stark Social Media als Erfolgstreiber wirken kann, indem es Menschen ermöglicht ihre Ideen zu teilen und zu verbreiten.

Dabei muss man immer im Hinterkopf behalten, dass der Bedarf sich zu vernetzen nicht erst mit dem Aufstieg von sozialen Plattformen entstanden ist. Soziales Verhalten ist in unsere DNA eingraviert, auf diese Weise definieren wir uns selbst als Individuum und bauen Beziehungen zu anderen auf. Entsprechend stark ist die Triebkraft, die sich Unternehmen und Organisationen hier zu Nutze machen können, um sich mit ihren Zielgruppen sinnvoll, gegenseitig und mit Mehrwert zu vernetzen und auszutauschen.

Die bisher genannten Beispiele sind nur ein Ausschnitt, ein kleiner Ansatz, von dem was sich im letzten Jahr als anbahnende Trends identifizieren lies. In der am Ende dieses Textes folgenden Präsentation, zeigen wir weitere Trends auf, welche die Reise im Jahr 2016 bestimmen werden. In den kommenden Wochen stellen wir hier im Blog dann einige der Entwicklungen expliziter dar und zeigen Chancen und Entwicklungen auf, denen sich Marken und Unternehmen in Zukunft gegenübersehen.

Social Media Marketing versus Social Thinking als strategisches Framework

von Bastian Scherbeck in Statement

Als immer noch junge und weiterhin wachsende Disziplin hat sich Social Media Marketing fest im Marketingmix etabliert. Von Freunden umgeben sein, persönliche Erfahrungen teilen – das sind elementare menschliche Bedürfnisse, welche grundlegend für den Erfolg, die Popularität und das explosive Wachstum der großen Social Networks verantwortlich sind. Diese ursprünglichen USPs und der Beziehungsaufbau durch Relevanz, sind in den letzten Jahren oft automatisiert ausgesteuerten, meist kostenpflichtigen Inhalten mit garantierter Reichweite zum Opfer gefallen.

“Social Media Agenturen” haben sich nicht zuletzt dadurch in eine Ecke drängen lassen: Eine Mehrzahl von ihnen baut Third Party Plattform Präsenzen wie Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat und Co., betreut diese contentseitig und unterstützt die produzierten Inhalte mit Paid Media. Dabei gilt leider oft: Je besser die Paid Strategie, um so geringer der Fokus auf die Qualität des Contents. Denn: Der “funktioniert” ja eh. Im Zweifel kommt noch die ein oder andere kreative Kampagne auf diesen Plattformen dazu – das war es dann.

Die kurzfristigen “Erfolge” (im Sinne von Reichweite und Likes) lassen Unternehmen wie Agenturen dabei das tatsächliche, strategische Potenzial von Social verkennen: Jetzt eine klare Entscheidung treffen, auf Social im Sinne des strategischen Frameworks “Social Thinking” Zweck und Ziel des Unternehmens aufbauen und sich damit einen langfristigen Wettbewerbsvorteil erschaffen.

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Social Media Marketing vs. Social Thinking

Das aktuelle Tagesgeschäft von Unternehmen und Agentur im Social Media Marketing besteht damit primär aus dem Wo, Was, Wie und Wann der Publikation von Inhalten – die so wichtige Frage nach dem “Warum” (Warum sollten User Unternehmen und Marken überhaupt einen Platz in Ihrer Timeline / in Ihrem Newsfeed gewähren und mit Ihnen interagieren?) geht – dank Paid Media – leider allzu oft unter.

Ohne diesen auf Performance basierenden Marketingmodellen ihre Berechtigung absprechen zu wollen: Diejenigen Marken, welche sich nicht allein auf die Algorithmus basierte Ansprache ihrer Kunden verlassen, stattdessen einen Fokus auf die zielgerichtete, bedürfnisbasierte Kommunikation und Konversation legen und dementsprechend schwer angreifbare emotionale Bindungen zu ihren Kunden aufbauen, verschaffen sich einen fortdauernden Wettbewerbsvorteil. Möglich ist das allerdings nur, wenn Unternehmen die Notwendigkeit erkennen, die Frage nach dem “Warum” bei der Interaktion mit den Nutzern umfassend zu beantworten. Social Thinking hilft Ihnen dies zu tun – nicht allein auf der Ebene der Kommunikationsstrategie sondern auch und vor allem auf der Ebene der Business Strategie.

Social Thinking – der verlängerte Arm der Business Strategie ins Marketing

Zweck und Ziel definieren Ihre Marke, treiben diese voran und setzen den Fokus auf das “Warum” Ihrer geschäftlichen Tätigkeit – ganz im Gegensatz zum in der Regel einfach zu definierenden “Was”. Ist das “Warum” einmal definiert, ist es leicht Menschen mitzureißen – und das beschränkt sich nicht auf Ihre Angestellten: Die Einordnung einer Marke in ein nicht allein auf Umsatz- und Gewinn beschränktes Ökosystem, motiviert (potenzielle) Kunden mit ihr kontinuierlich zu interagieren, Sie zu unterstützen und zu Ihrem “Brand Advocate” zu werden. Jetzt müssen Sie nur noch die Türen öffnen und Interaktionsanlässe schaffen – und schon sind Sie auf dem besten Wege Ihre Business-Strategie in eine Kommunikations- und Marketingstrategie zu übersetzen. Wir nennen das Social Thinking.

Aus der Perspektive einer globalen Digitalagentur, die ihre Kunden dabei begleitet ihre Marketingstrategie auf dem Fundament des Social Thinking aufzubauen, geben wir Unternehmen folgende Empfehlungen:

  1. Definieren Sie die Werte und Überzeugungen für die Ihr Unternehmen steht.

Es reicht nicht, diese Werte einmal zu formulieren und dann in der hintersten Ecke Ihres Archivs verstauben zu lassen. Es geht stattdessen darum, diesen im täglichen Verhalten Bedeutung zu verleihen, sie immer wieder und aufs Neue zu aktivieren und nach außen sichtbar zu machen. Nur wenn das funktioniert, haben Ihre Kunden die Möglichkeit eine Haltung zu Ihren Werten und Überzeugungen zu entwickeln und diese als Basis für einen positiven Beziehungsaufbau zu Marke und Unternehmen zu nutzen.

  1. Finden Sie Möglichkeiten einen positiven Social Value Exchange zu kreieren.

Das Teilen und positive Bewerten (“liken”) von Inhalten im Social Web gehört heute zum Standardrepertoire der Handlungen, durch welche wir uns sowie unsere Rolle in der Gesellschaft beständig neu definieren. Wer jedoch den Anspruch hat, sich mit seiner Kommunikations- und Marketingstrategie deutlich von der Masse abzuheben, kommt mit dem Posten solcher Inhalte auf Plattformen wie Facebook und Twitter nicht davon. Es geht stattdessen darum, Ideen und Ansätze zu entwickeln, welche die für uns Menschen so wichtigen sozialen Beziehungen einbeziehen, uns (als Kunden) die Möglichkeit geben diese weiterzuentwickeln – und gleichzeitig den Markenwert erhöhen. Die “Währung” ist dabei nicht allein auf Geld beschränkt: Marken profitieren auch klar von Assets wie Zeit, Ideen, Einfluss sowie Inhalten und der Distribution derselben.

  1. Verändern Sie den Blickwinkel auf Ihre Zielgruppe.

Ein solches Vorgehen erfordert eine andere Sichtweise: Es geht nicht um die individuelle Motivation jedes Einzelnen – es geht um so genannte Social Insights: Erkenntnisse, welche aus den Beweggründen für soziale Beziehungen zwischen Menschen erwachsen. Darauf basierend lassen sich “Social Ideas” aufbauen, die das menschliche Sozialverhalten beeinflussen. Jemand, der dies bereits erkannt hat , ist die Marke Always. Meistens entscheiden sich Hersteller von weiblichen Damenhygiene-Artikeln im Marketing traditionell für einen funktionellen, auf den Produkteigenschaften basierenden Ansatz. Always hat sich mit seiner #LikeAGirl Kampagne für eine deutlich andere Herangehensweise entschieden: Ein klares Eintreten für die Weiblichkeit – insbesondere in der kritischen Zeit der Pubertät, wenn Mädchen starkem sozialen Druck ausgesetzt sind. Das Ergebnis: Eine ungeheuer starke Markenkampagne, welche auf Social Thinking basiert und auf eine ganz andere Form von Value Exchange abzielt.

  1. Legen Sie die Messlatte hoch!

Es passiert weiterhin: Insbesondere Führungskräfte im Unternehmen legen keinen Wert auf die fortlaufende Messung der Effekte ihres Social Media Engagements. Dabei ist es gerade hier möglich und notwendig den Businesseffekt permanent zu evaluieren.

Insbesondere in Zeiten weiterhin stark steigender Budgets im Bereich des digitalen Marketings, gilt es Investitionen in Social genauso strategisch anzugehen wie Investitionen in jeden anderen Marketingkanal: Vor dem Beginn jeglicher Aktivitäten muss die klare Definition Ihrer Business- und Marketingziele ebenso stehen, wie das Aufsetzen eines robusten Measurement Frameworks. Die sogenannten “Social Media Analytics” reichen dabei schon lange nicht mehr aus, da hier nur selten relevante Business KPIs gemessen werden: Außerdem notwendige relevante Bestandteile sind deswegen umfassende Web Analytics, Zuordnungsmodelle, Media Mix Modelling und Markenwertmessungen. Und auch wenn Ihre Budgets für so umfassende Measurement Frameworks zu klein sind – eine Ausrede gibt es nicht: Die klare Definition Ihrer Marketingziele und die Nutzung sowieso schon vorhandener (Plattform-)Metriken durch leicht zugängliche Tools müssen mindestens erfüllt sein.

Fazit: Social Thinking ist ein strategisches Framework.

Sie müssen nicht gleich die Welt verändern wollen, aber Sie sollten sich darüber Gedanken machen, wie Sie den aktuellen Status Quo aufbrechen können. Wettbewerbsvorteile entstehen durch die Entwicklung von neuem. Social Media im Sinne von Social Thinking kann wunderbar genutzt werden, um diese Entwicklung zu verstärken und einen Wettbewerbsvorteil auch und gerade durch das digitale Marketing aufzubauen. Globale Marken wie LEGO sind zu Recht Vorreiter wie Verfechter eines disruptiven Anspruchs an Digital- und Social Marketing. Lars Silberbauer, global Director of Social Media & Search bei LEGO formuliert es so:”Be relevant, be brave and do things that others haven’t.” Die Botschaft ist also klar: Beweisen Sie Mut, verlassen Sie die Content-Komfortzone, nehmen Sie Social ernst geben Sie strategisch fundiert Gas.

Die gekürzte Version dieses Artikels erschien in der LEAD Digital Ausgabe 12/2015

 

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#crazyideenrocknroll im Koppel-Karussell

von Hendrike Zahour in Statement

Mein Chef so zu mir: “Mach dir mal Gedanken zum Thema Kreation und Konzeption und schreib dazu mal einen Blogpost.” – Ich so zurück: “Was soll denn da rein?”

Vorgabe: Freie Heide!

Wuhuuu! Ab auf die Koppel der Kreation, ohne Begrenzungszäune, bis die biologischen Kraftwerkbatterien den Geist aufgeben. #crazyideenrocknroll

Henni-Luftsprung

Meine Synapsen drehten erst mal gepflegt durch – DON’T STOP ME NOW! – mit Moonwalk-Einlage und Siegerfaust. Leider verbrannten meine Synapsen das Dopamin der frohen Freiheitskunde schneller, als die Energie meiner Batterien ausging. Beim Springen, Rennen, Wandeln, Taumeln und Tanzen auf der Koppel fiel mir zunehmend diese nicht zu fassende Weite auf. Mir wurde die Tragweite dieser kreativen Freiheit schlagartig bewusst:

Wenn Du alles tun kannst, was dir gerade in den Sinn kommt, was tust du dann?

 

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Ja ha! … Bis zur Inspirations-Unendlichkeit und über den Overload hinaus … Olé!

 

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Immer schön weiter laufen, laufen, laufen, laufen, laufen … So lange bis man von einer Idee umgehauen wird. Das Problem beim Runden drehen ist der Hunger. Er wächst und der Fun bleibt auf der Strecke. Ich musste den Hunger auf pragmatische Weise stillen.

Menü-Abgebot to go: Infografik!

Der Heilige Kelch im Blogger-Metier: Ich bereite den Blogpost zu Kreation und Konzeption als hübsch anzusehendes Abendmahl auf. Motto: „Die heilige Dreifaltigkeit – wie wunderhafte Ideen entstehen“.

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Das Desaster war vorhersehbar, denn für eine schnicke Infografik brauchte es die richtigen Zutaten aus Daten und Fakten. Kreation lässt sich aber nur schwer in Zahlenförmchen pressen. Und wenn der Inhalt schon zu wünschen übrig lässt, vergiss die Appetite anregende Verpackung. Kommt geschmacklose Pampe bei raus. Und bevor es sch**** serviert wird, werfe ich diese Idee gleich in die Biotonne.

Under Pressure!

Die Zeit lief gnadenlos gegen mich und ich hatte meinen Hunger nur semi-optimal stillen können. Trotzdem befand ich mich in einer Art Völle-Koma. Also legte ich mich auf die Wiese und ließ alle fünf gerade sein. Die vorbeiziehenden weißen Einhörner und Elche brachten mich auf die nächste Idee und führten mich gleichzeitig zum Ursprung der Kreativität zurück – dem weißen Blatt Papier.

Von Minikritzeleien bis hin zu A4 übergreifenden Landschaften aus Ideenfetzen und Schachtelsätzen – das weiße Blatt Papier wird schnell zu einer Mind Map deiner Fantasie. Yes! So einfach kann’s sein.

Mindmap

Und ohne Vorgabe war meine: Ich zeige anhand des weißes Blattes den Kreationsprozess, mach einen Origami-Pinguin draus und é voila, ich hab eine Hyperdesignkreation geschaffen. Kehrseite: Es fehlt an Inhalt und damit auch an Mehrwert. Ich bastelte also aus der Idee einen Papierflieger, lies ihn fliegen und winkte wehmütig zum Abschied.

Auf der Koppel ist der Kuchen los!

*Muhaha* geil, warum war ich da nicht gleich drauf gekommen? Wir haben bei uns in der Agentur einen Kuchen-Donnerstag (neu-deutsch auch gerne Cake Thursday genannt). Wir lieben Kuchen. Wir lieben generell Süßes. Das sieht man hier, da, und da auch, dann wieder hier und weil aller guten Dinge fünf sind, hier auch noch.

Okay, wir sind Junkies! Kein Tag ohne. Immerhin ist das der Treibstoff für die Batterien (du erinnerst dich?)!

Wir machen eine „We Are Cake“ Backstube auf. Damit haben wir den ersten Eckpfosten, um unser Themengebiet abzustecken, gesetzt. Um uns jetzt von den Wettbewerbern abzuheben, brauchen wir ein Alleinstellungsmerkmal, zum Beispiel: We Are Cake ist die erste Nicht-Backstube Deutschlands. Ja, wir machen Kuchen. Aber er muss nicht gebacken werden. Raw Food quasi und „noch“ eine Nische im großen Trend-Heuhaufen. Zweiter Eckpfosten steckt.

So spinnt sich das dann immer weiter – aus den ersten Ideen wird zunehmend ein einheitliches Konzept, mit einem uniquen Look & Feel (dritter Eckpfeiler), einem authentischen Wording (vierter Eckpfeiler) und einer aufmerksamkeitsstarken und unverwechselbaren Kommunikationsbotschaft.

Easy peasy ist der Zaun um unser Themen-Areal errichtet und wir wissen, was alles möglich ist auf unserer kreativen Spielwiese – IT’S A KIND OF MAGIC – ab diesem Moment, wenn du weißt, wo die Grenzen liegen und was du innerhalb der Grenzen tun kannst, beginnt der Spaß! Go crazy with it!

Da das aber nicht meine Aufgabe war, stehe ich noch immer hier, auf der leeren Koppel. Es ist stockduster und keine Erleuchtung weit und breit. Ich hab immer noch keinen Schimmer, was ich zum Thema Kreation und Konzeption schreiben soll. Denn „einfach mal machen“ ist alles andere als produktiv.

So, Spaß beiseite jetzt.

Es braucht einfach mal Ziele!

 

1. BRIEFING
Ein gutes Briefing bringt den Kreationsprozess ins Rollen. Ein Briefing gibt mir im Idealfall Aufschluss über diese ominösen W-Fragen und steckt zugleich meinen Handlungsrahmen für Ideen ab. Je präziser das Briefing, desto freier fühl ich mich (siehe mein Dilemma).

2. RECHERCHE
Ein Briefing ersetzt keine Recherche. Ich muss mich trotzdem hinsetzen und erst einmal die Archive von Google durchforsten. Denn Wissen ist Ideen-Macht. Im Idealfall bekomme ich vom Kunden das Produkt direkt in die Hand gedrückt, sodass ich es mit all meinen Sinnen auseinander nehmen kann.

3. STRATEGIE
Ist im Idealfall im Vorfeld von einem Strategen erarbeitet worden und mit im Briefing verpackt. Ist also theoretisch kein Kreations-Business. Kann aber manchmal zu einem werden, wenn nix da ist.

4. SPRUNGBRETTER
Sind kreative Ideensätze, die sich durch die Strategie heraus kristallisieren – und können im Idealfall zu großartigen, chaotischen, hirn-orgastischen, alles andere fressenden Ideenräuschen werden. Für einen Kreativen sind das die geilsten Drogen der Welt! Zig Hunderte von Ideen können durch solche Sätze hervorgerufen werden.

Zusatz: Ein Ideensatz sollte immer eine ungewöhnliche Wahrheit beinhalten.

5. IDEEN
Passen sie nicht in drei bis vier prägnante Sätze, schmeiß sie entweder weg oder überdenke sie so lange, bis sie ins Konstrukt passen. Vorsicht: Ideen sind noch keine Umsetzung! Wird gerne mal verwechselt. Und! – um unabhängig von Ideensätzen an Ideen heranzukommen, kann man sich diverser Kreativtechniken bedienen. Aber das ist ein anderes Thema.

6. KONZEPT
Das Konzept ist die Ausgestaltung der Idee. Sie beinhaltet im Idealfall Strategie, Kommunikationsbotschaft, User-Journey, weitere zur Kampagne passende Marketing-Maßnahmen, Auswahl geeigneter Kanäle, Roll-Out-Pläne, Verzahnungen zu anderen bereits bestehenden Maßnahmen und erste Umsetzungen.

Wenn das der Kunde am Ende schluckt, haben alle alles richtig gemacht. Dann heißt es nur noch Daumen drücken, dass es die Crowd da draußen auch so supergeil findet, wie die Kreativen, die es sich auf der Koppel ausgedacht haben.

PS: Und wenn ihr auf dieser Koppel ein weißes Kaninchen seht, folgt ihm. Denn es kann euch auf neue und spannende Wege führen.

Kaninchen

Trust me und der Bohemian Rhapsoday. Cheers, Amen & Rock on!

Hallo Ello, und wie lange bleibst Du so?

von Bastian Scherbeck in Statement

Ello ist das soziale Netzwerk der Stunde und in fast jeder Schlagzeile zu finden. Keine Ads. Keine Klarnamenpflicht. Kein Pornoverbot – sofern diese Inhalte als NSFW gekennzeichnet sind. Auch das von den Ello-Machern veröffentlichte Manifest macht ein großes Versprechen: ”You are not a product”. Damit positioniert es sich ganz klar als Gegenpol zu Facebook. Eine erste Facebook-to-Ello-Integration gibt es auch schon bereits.

Ello-Screenshot

Vom Timing her spielt den Ello-Machern der kürzliche Launch des neuen Facebook Werbenetzwerks Atlas in die Hände – wirft es doch neue Fragen über den Umgang des Unternehmens mit Nutzerdaten innerhalb und jetzt auch außerhalb von Facebook auf.

Reichen Datenschutz und Werbefreiheit als Zugpferd?
Keine Werbung zieht an – zumindest eine Nische, die sich schon lange nach einer Alternative zu den bekannten sozialen Netzwerken sehnt, ebenso wie viele Schaulustige, die unbedingt einmal reinschauen möchten. Dafür ist allerdings die Einladung eines aktiven Ello Nutzers nötig – ohne diese bleibt das Netzwerk für Außenstehende eine geschlossene Gesellschaft. Wie groß diese Nische sowie die Zahl der Schaulustigen ist und im Anschluss an den großen Hype sein wird, lässt sich heute (noch) nicht in Zahlen ausdrücken. Laut Medienberichten verzeichnet Ello etwa 31.000 versuchte Neuanmeldungen in der Stunde. Die große Aufmerksamkeit hat auch schon erste Hacker auf den Plan gerufen: Die Webseite von Ello wurde bereits mit einer DDOS-Attacke lahmgelegt.

Was kann Ello?
Aktuell zeichnet sich Ello insbesondere durch ein minimalistisches Screeendesign aus und ist ansonsten einfach gestrickt:

Ello is a simple, beautiful, and ad-free social network created by a small group of artists and designers.

Nutzer treffen auf ein soziales Netzwerk in der Betaphase – immerhin mobil optimiert. Rudimentäre Funktionen wie das Posten von Texten, Bildern und Links gehören zum Standardrepertoire. Einfachheit gehört zum Konzept. Allerdings hat Ello neue Funktionen bereits auf dem Zettel.

Tritt Ello nur in große Fußstapfen ohne eigene zu hinterlassen?
Vergleicht man Ello mit weiteren Netzwerken wird schnell klar, was der Plattform noch fehlt: etwas Ureigenes – eben der USP. Bei etablierten Netzwerken wird auf den ersten Blick klar, was diese auszeichnet: Facebook bildet mit einer Vielzahl an Funktionen unser gesamtes Leben ab. Twitter ist nach wie vor die erste Quelle für Nachrichten in Echtzeit. Instagram wie Medium sind das zu Hause einer ausgeprägten Kreativszene. Snapchat, Tumblr, Pinterest: Bei all diesen Plattformen fällt die Nennung einer klaren Zielgruppe sowie des USP deutlich leichter. Bei Ello hingegen: Aktuell und in Zukunft (betrachtet man die Liste der geplanten Features): Fehlanzeige.

Wohin soll die Reise denn dann gehen?
Problematisch ist nicht nur der fehlende Nutzen. Mit den bisherigen Andeutungen zum geplanten Geschäftsmodell bohren die Gründer ebenfalls eher dünne Bretter: Mittel- bis langfristig möchten Sie sich über ein Freemium-Modell finanzieren. Bedeutet: Nicht alle Funktionen werden kostenlos sein. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg: Für die Nutzung von Basisfunktionen – und hier ist Facebook die Benchmark – wird kaum ein User bereit sein Geld auszugeben. Und selbst diese sind bei Ello aktuell noch nicht vorhanden. Bedeutet: Bevor das Netzwerk Umsätze machen kann (von Gewinnen wollen wir noch gar nicht reden), wird es in den nächsten Monaten erst einmal weitere Investitionen vornehmen müssen – und zwar sowohl in die Infrastruktur (Ello ist aktuell oft elend langsam) als auch in die Weiterentwicklung der Features. Das alles bedeutet: Ello hat aktuell vermutlich eine beeindruckende Cash Burn Rate, braucht also konstant Geld. Viel Geld.

Eigentlich dürfte da nicht zur Verwunderung führen, was vor kurzem bekannt wurde: Bereits Anfang dieses Jahres bekam Ello eine Finanzspritze in Höhe von 435.000 US-Dollar. Der Geldgeber war das Venture Capital Unternehmen FreshTracks Capital. Ello hat damit den standardisierten Finanzierungsweg eines US-Startups gewählt – ohne allerdings “Standard” sein zu wollen. Wir erinnern uns: You are not a product …

Zurecht werden da schnell erste kritische Stimmen laut: Eine Finanzierung durch ein Venture Capital läuft immer auf einen Exit raus – und den gibt es in zwei Varianten: Entweder über den Verkauf von Ello an ein größeres Unternehmen oder über den IPO / Börsengang. Was in den Augen mancher Kommentatoren die Nutzer bereits jetzt zum Produkt macht. Unsere Meinung: Es hätte dem Versprechen des Unternehmens gerecht werdend adäquatere Möglichkeiten der Finanzierung gegeben: Vom Crowdfunding bis zur Gründung einer Stiftung. Eine kreativere Finanzierung hätte der Glaubwürdigkeit von Ello gut getan. Ebenso wie eine stringentere Kommunikation: Die Tatsache, dass ein VC die Startfinanzierung von Ello ermöglicht hat wurde durch die Gründer zumindest nicht aktiv kommuniziert.

Gründer Paul Budnitz reagierte auf Beta Beat trotz alledem relativ gelassen.

Die Zukunft wird zeigen, wohin Ello steuert. Fakt ist: Ohne eine ausreichend große Nutzerbasis, die mittel- bis langfristig kostenpflichtige Feature in Anspruch nimmt, kann und wird Ello sich weder alleine finanzieren können noch Gewinne abwerfen.

Einige Unternehmen sind auch schon da
Keine Werbung bedeutet erstaunlicherweise nicht, dass Unternehmen draußen bleiben müssen. Paul Budnitz selbst nutzt mit @budnitzbicycles bereits einen Account für eine seiner früheren Gründungen. Eine kleine Auswahl weiterer Accounts, die schon munter mitmischen: The Independent, Wall Street Journal und Engadget. Ist das inkonsequent? Zumindest ist es von den Gründern nicht durchdacht und wird weder klar kommuniziert noch unterbunden.

Unser Fazit
Ello spricht ganz klar eine Nische an, die sich in erster Linie von Themen rund um Datenschutz und Werbefreiheit angesprochen fühlt. Ob allerdings aus den derzeitigen Neuanmeldungen auf Ello genauso viele aktive und zahlungskräftige Nutzer werden? Die Erfahrungen der letzten Jahre (app.net, diaspora und co) sprechen dagegen.

Fröhliche Weihnachten von We Are Social!

von Bastian Scherbeck in Statement

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Ho, ho, ho,

der Heilige Abend steht vor der Tür. Gefühlt aber schon unter dem funkelnd-leuchtenden Tannenbaum. Da empfehlen wir: Macht’s wie die Katzen.

Schön gechillt die kommenden Weihnachtstage an sich vorüber ziehen lassen. Auf der Couch dem vollen Magen frönen, bei Glitzer und Gloria den Visionen fürs nächste Jahr nachhängen. Weltherrschaft und so!

Wir von We Are Social werden’s so machen. Wir schauen schon jetzt auf ein großartiges Jahr zurück – mit vielen Höhepunkten und tollen Ideen, die wir mit euch umgesetzt haben. Danke dafür!

Aber genug der vielen Worte. Musik sagt schließlich mehr. Besonders unser spezieller XMas Soundtrack!

Unsere Geschenke gehen traditionell an die Münchener Tafel, als  Spende in Höhe von 500 Euro.

Da bleibt nur noch zu sagen: Der Weihnachtsmann, pardon, die Weihnachtskatzen können kommen! Wir freuen uns auf ein spannendes nächstes Jahr mit euch!

Merry Christmas and a very Happy New Year!