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Hallo Ello, und wie lange bleibst Du so?

von Bastian Scherbeck in Statement

Ello ist das soziale Netzwerk der Stunde und in fast jeder Schlagzeile zu finden. Keine Ads. Keine Klarnamenpflicht. Kein Pornoverbot – sofern diese Inhalte als NSFW gekennzeichnet sind. Auch das von den Ello-Machern veröffentlichte Manifest macht ein großes Versprechen: ”You are not a product”. Damit positioniert es sich ganz klar als Gegenpol zu Facebook. Eine erste Facebook-to-Ello-Integration gibt es auch schon bereits.

Ello-Screenshot

Vom Timing her spielt den Ello-Machern der kürzliche Launch des neuen Facebook Werbenetzwerks Atlas in die Hände – wirft es doch neue Fragen über den Umgang des Unternehmens mit Nutzerdaten innerhalb und jetzt auch außerhalb von Facebook auf.

Reichen Datenschutz und Werbefreiheit als Zugpferd?
Keine Werbung zieht an – zumindest eine Nische, die sich schon lange nach einer Alternative zu den bekannten sozialen Netzwerken sehnt, ebenso wie viele Schaulustige, die unbedingt einmal reinschauen möchten. Dafür ist allerdings die Einladung eines aktiven Ello Nutzers nötig – ohne diese bleibt das Netzwerk für Außenstehende eine geschlossene Gesellschaft. Wie groß diese Nische sowie die Zahl der Schaulustigen ist und im Anschluss an den großen Hype sein wird, lässt sich heute (noch) nicht in Zahlen ausdrücken. Laut Medienberichten verzeichnet Ello etwa 31.000 versuchte Neuanmeldungen in der Stunde. Die große Aufmerksamkeit hat auch schon erste Hacker auf den Plan gerufen: Die Webseite von Ello wurde bereits mit einer DDOS-Attacke lahmgelegt.

Was kann Ello?
Aktuell zeichnet sich Ello insbesondere durch ein minimalistisches Screeendesign aus und ist ansonsten einfach gestrickt:

Ello is a simple, beautiful, and ad-free social network created by a small group of artists and designers.

Nutzer treffen auf ein soziales Netzwerk in der Betaphase – immerhin mobil optimiert. Rudimentäre Funktionen wie das Posten von Texten, Bildern und Links gehören zum Standardrepertoire. Einfachheit gehört zum Konzept. Allerdings hat Ello neue Funktionen bereits auf dem Zettel.

Tritt Ello nur in große Fußstapfen ohne eigene zu hinterlassen?
Vergleicht man Ello mit weiteren Netzwerken wird schnell klar, was der Plattform noch fehlt: etwas Ureigenes – eben der USP. Bei etablierten Netzwerken wird auf den ersten Blick klar, was diese auszeichnet: Facebook bildet mit einer Vielzahl an Funktionen unser gesamtes Leben ab. Twitter ist nach wie vor die erste Quelle für Nachrichten in Echtzeit. Instagram wie Medium sind das zu Hause einer ausgeprägten Kreativszene. Snapchat, Tumblr, Pinterest: Bei all diesen Plattformen fällt die Nennung einer klaren Zielgruppe sowie des USP deutlich leichter. Bei Ello hingegen: Aktuell und in Zukunft (betrachtet man die Liste der geplanten Features): Fehlanzeige.

Wohin soll die Reise denn dann gehen?
Problematisch ist nicht nur der fehlende Nutzen. Mit den bisherigen Andeutungen zum geplanten Geschäftsmodell bohren die Gründer ebenfalls eher dünne Bretter: Mittel- bis langfristig möchten Sie sich über ein Freemium-Modell finanzieren. Bedeutet: Nicht alle Funktionen werden kostenlos sein. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg: Für die Nutzung von Basisfunktionen – und hier ist Facebook die Benchmark – wird kaum ein User bereit sein Geld auszugeben. Und selbst diese sind bei Ello aktuell noch nicht vorhanden. Bedeutet: Bevor das Netzwerk Umsätze machen kann (von Gewinnen wollen wir noch gar nicht reden), wird es in den nächsten Monaten erst einmal weitere Investitionen vornehmen müssen – und zwar sowohl in die Infrastruktur (Ello ist aktuell oft elend langsam) als auch in die Weiterentwicklung der Features. Das alles bedeutet: Ello hat aktuell vermutlich eine beeindruckende Cash Burn Rate, braucht also konstant Geld. Viel Geld.

Eigentlich dürfte da nicht zur Verwunderung führen, was vor kurzem bekannt wurde: Bereits Anfang dieses Jahres bekam Ello eine Finanzspritze in Höhe von 435.000 US-Dollar. Der Geldgeber war das Venture Capital Unternehmen FreshTracks Capital. Ello hat damit den standardisierten Finanzierungsweg eines US-Startups gewählt – ohne allerdings “Standard” sein zu wollen. Wir erinnern uns: You are not a product …

Zurecht werden da schnell erste kritische Stimmen laut: Eine Finanzierung durch ein Venture Capital läuft immer auf einen Exit raus – und den gibt es in zwei Varianten: Entweder über den Verkauf von Ello an ein größeres Unternehmen oder über den IPO / Börsengang. Was in den Augen mancher Kommentatoren die Nutzer bereits jetzt zum Produkt macht. Unsere Meinung: Es hätte dem Versprechen des Unternehmens gerecht werdend adäquatere Möglichkeiten der Finanzierung gegeben: Vom Crowdfunding bis zur Gründung einer Stiftung. Eine kreativere Finanzierung hätte der Glaubwürdigkeit von Ello gut getan. Ebenso wie eine stringentere Kommunikation: Die Tatsache, dass ein VC die Startfinanzierung von Ello ermöglicht hat wurde durch die Gründer zumindest nicht aktiv kommuniziert.

Gründer Paul Budnitz reagierte auf Beta Beat trotz alledem relativ gelassen.

Die Zukunft wird zeigen, wohin Ello steuert. Fakt ist: Ohne eine ausreichend große Nutzerbasis, die mittel- bis langfristig kostenpflichtige Feature in Anspruch nimmt, kann und wird Ello sich weder alleine finanzieren können noch Gewinne abwerfen.

Einige Unternehmen sind auch schon da
Keine Werbung bedeutet erstaunlicherweise nicht, dass Unternehmen draußen bleiben müssen. Paul Budnitz selbst nutzt mit @budnitzbicycles bereits einen Account für eine seiner früheren Gründungen. Eine kleine Auswahl weiterer Accounts, die schon munter mitmischen: The Independent, Wall Street Journal und Engadget. Ist das inkonsequent? Zumindest ist es von den Gründern nicht durchdacht und wird weder klar kommuniziert noch unterbunden.

Unser Fazit
Ello spricht ganz klar eine Nische an, die sich in erster Linie von Themen rund um Datenschutz und Werbefreiheit angesprochen fühlt. Ob allerdings aus den derzeitigen Neuanmeldungen auf Ello genauso viele aktive und zahlungskräftige Nutzer werden? Die Erfahrungen der letzten Jahre (app.net, diaspora und co) sprechen dagegen.

Fröhliche Weihnachten von We Are Social!

von Bastian Scherbeck in Statement

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Ho, ho, ho,

der Heilige Abend steht vor der Tür. Gefühlt aber schon unter dem funkelnd-leuchtenden Tannenbaum. Da empfehlen wir: Macht’s wie die Katzen.

Schön gechillt die kommenden Weihnachtstage an sich vorüber ziehen lassen. Auf der Couch dem vollen Magen frönen, bei Glitzer und Gloria den Visionen fürs nächste Jahr nachhängen. Weltherrschaft und so!

Wir von We Are Social werden’s so machen. Wir schauen schon jetzt auf ein großartiges Jahr zurück – mit vielen Höhepunkten und tollen Ideen, die wir mit euch umgesetzt haben. Danke dafür!

Aber genug der vielen Worte. Musik sagt schließlich mehr. Besonders unser spezieller XMas Soundtrack!

Unsere Geschenke gehen traditionell an die Münchener Tafel, als  Spende in Höhe von 500 Euro.

Da bleibt nur noch zu sagen: Der Weihnachtsmann, pardon, die Weihnachtskatzen können kommen! Wir freuen uns auf ein spannendes nächstes Jahr mit euch!

Merry Christmas and a very Happy New Year!

Facebook verringert die organische Reichweite

von Bastian Scherbeck in Facebook, Statement

Vor knapp einem Jahr haben wir in einer Analyse festgestellt, dass die Reichweite von Markencontent auf Facebook kontinuierlich abnahm – die gleichen Inhalte erreichten weniger User als in den Monaten zuvor.

Gestern wurden unsere Analysen bestätigt – und zwar von Facebook selbst. In einer, durch AdAge veröffentlichten, offiziellen Stellungnahme von Facebook, macht Facebook seine Strategie im Bereich Paid Media deutlich:

 We expect organic distribution of an individual page’s posts to gradually decline over time as we continually work to make sure people have a meaningful experience on the site.

Wie auch immer man zu Facebooks Strategie und den dahinter liegenden Motiven steht: Die Tatsache, dass Marken in Zukunft ohne unterstützende Ausgaben im Bereich Paid Media weniger und weniger Ihrer Fans mit Ihren Inhalten erreichen werden ist nun unstrittig.
Trotzdem: Die notwendigen Investitionen in Facebook Ads werden auch in Zukunft keinen Ersatz für eine sorgfältig ausgearbeitete Social Media Strategie darstellen. Mit dem gestrigen Statement ist nur klar: Sie sind ab sofort ein notwendiger Baustein eines soliden Brand Engagements im Social Web. Wohlgemerkt: Einer von vielen notwendigen Bausteinen. Qualitativ hochwertige Inhalte, mit denen sich die Zielgruppe aktiv und sichtbar (bspw. in Form von Likes, Shares und Kommentaren) auseinandersetzt, werden- mit Media-Unterstützung – einen deutlich größeren Teil derselben erreichen als Content, welcher allein auf die Kraft des Media-Budgets setzt.

Die Bedeutung einer klaren Zielgruppenvorstellung, einer zielgruppenrelevanten Content-Strategie sowie auf Basis dieser erstellter, herausragender Inhalte nimmt damit letztlich weiter zu: Wenn Content mit Media-Budget hinterlegt wird, steigt der Druck, dass dieser nachweislich Erfolge erzielt, spürbar an.

Facebook macht dies in Ihrem Paper mit dem Titel “Generating business results on Facebook” ebenfalls deutlich und stellt einige wichtige Punkte heraus:

  • Kreative Inhalte sind auch zukünftig von entscheidender Relevanz
  • Die kommunizierten Inhalte müssen ebenso wie die Konversation mit der Community und aufbauend auf dem Feedback derselben permanent angepasst und optimiert werden
  • Es wird weiterhin möglich sein, eine organische Reichweite zu erzielen – wobei Inhalte, mit denen die Community stark interagiert, hier deutlich stärker distribuiert werden, als Inhalte, welche keine Interaktion hervorrufen

Zusammengefasst: Die Relevanz von Paid Media hat gerade massiv zugenommen. Noch stärker zugenommen hat allerdings die Relevanz  einer klar strategisch fundierten, kreativen Ausrichtung der erstellten Inhalte und der durch sie ausgelösten Konversationen.

Brand Improvisation

von Marcus Brown in Statement

When Dwayne “The Rock” Johnson arrives at a WWE venue, the 40.000 people sitting in the arena and the millions of people sitting at home watching “Monday Night RAW” all wait for him to say two one of two things; “finally, The Rock has returned to [add name of city]” or “if you smell what The Rock is cookin’?”.

These two statements are just two little things that make up the “gimmick” palette of the WWE character of The Rock. All WWE wrestlers have them; The Miz is “awesome”, CM Punk is “The Best In The World”, Ryback needs feeding and Daniel Byran just says “NO” or “YES” depending on what storyline the WWE are currently running him on. Behind the scenes teams of WWE creatives control the storylines and gimmicks of the wrestlers to ensure that the audience have a wonderfully predictable experience that appears to be spontaneous but is, in fact crafted. That’s how improvisation works.

There has been much talk about improvisation in our industry this week and that’s all down to a global-televised-advertising event that features some sport, some missing electricity and a cookie. The Oreo’s tweet has guaranteed it a place in every single Social Media presentation that will be given in 2013.

The tweet itself isn’t actually that interesting. It is just a print ad which has been conceived and produced very quickly. The fact that it improvises off of an actual event doesn’t make it new either because brands have been doing that in press ads for decades too; they just took longer to approve and produce but even so, the lead times were a maximum of six hours. Something happened (a team the brand was sponsoring won or lost something), they made an advert, it went to press and the advert was in the next morning’s newspaper.

What is interesting is what went into making it happening – the war room – the client and the agency sitting in a room watching the event and waiting for something interesting to happen. The Super Bowl, as with all sporting events, is great for improvisation because at least two things are going to happen; somebody is going to win and somebody is going to loose. Any other unexpected turns of events, such as a power cut, are a wonderful little bonus.

Improvisation can only work if something happens. Improvisation requires a framework of predictable things for it to appear random and spontaneous. It shouldn’t really surprise anyone that Oreo did what they did because that’s what Oreo do. In much the same way that the WWE audience expect The Rock to ask them if they can smell what “he is cookin’” we kind of expect Oreo to ask us to “dunk in the dark”.

Understandably, we will probably be hearing lots more about improvisation and real time communications over the course of the next year; we will see a lot more war rooms monitoring and reacting to live, televised events and there will undoubtedly be discussions around the overall return of such undertakings; especially if there isn’t a power cut.

The real power of brand improvisation, war rooms and real time shouldn’t, however, be chained to massive televised events because every second, of every day interesting things are happening all around us. The problem with the version of the war room that our industry is currently discussing is that it is temporary, it’s not actually a room at all; it’s more of a tent that’s set up for an event and then taken down when the lights and cameras are turned off. The war room should be watching and listening to all of the tiny noises, the personal moments, the little disasters and the massive moments of personal joy that surround us daily. We should be improvising with the tiny stories. That requires a lot of hard work, rehearsal and trust between the agency and the client; it requires resources and a completely different workflow too but the rewards for both the brand and the audience, as we have seen with the cookie example, are considerable.

We Are Social wünscht frohe Weihnachten!

von Bastian Scherbeck in Statement

Mit Riesenschritten neigt sich das Jahr 2012 dem Ende zu. Zeit sich zu besinnen und auf die (sozialen) Höhepunkte der letzten, in jeder Hinsicht höchst erfolgreichen, 12 Monate zurück zu blicken:

  • 01/ 2012: Das deutsche Team nimmt vollständig am ersten #weareskiing in den französischen Alpen teil: Wir lernen einen Großteil unserer europäischen Kollegen kennen und schätzen, was der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene sehr gut tut.
  • 04/ 2012: We Are Social Deutschland wird 1 Jahr alt: Den 1. Geburtstag feiern wir noch in unseren alten Räumen in der Infanteriestraße 19. Zu Besuch: Die Gründer von We Are Social (Robin Grant und Nathan McDonald) sowie einige europäische Kollegen.
  • 08/2012: Das starke Wachstum macht es nötig: Wir ziehen um und residieren ab sofort direkt am Gärtnerplatz – in einem der schönsten Münchner Viertel. (Noch) ausreichend Platz für Alle in charmanten Räumlichkeiten mit Historie: Bevor Facebook (und wir mit Facebook) durchstartete, hatten die “Lokalisten” hier ihren Firmensitz.
  • 09/2012: Auch in diesem Jahr heisst es wieder #wearewiesn: Wir nutzen die knapp 200 Jahre alte Tradition für einen gemeinsamen Abend, der so schnell (zumindest bis zur nächsten Wiesn) nicht in Vergessenheit geraten wird.
  • 11/2012: #wearemovember: Die männlichen Kollegen (nicht nur in der deutschen Niederlassung sondern rund um den Globus) beginnen Ihre Oberlippenbärte sprießen zu lassen – das Ganze natürlich für einen guten Zweck (mehr dazu gibt es unter www.movember.com). Das Ergebnis: We Are Social München sammelt und spendet innerhalb eines Monats über 500 € und landet damit in München auf einem respektablen zweiten Platz.

Es ist aber auch Zeit “Danke” zu sagen!

  • Danke, dass Sie auch auch im Jahr 2012 Ihr Vertrauen in uns gesetzt haben.
  • Danke für all die spannenden Projekte die wir für Sie und mit Ihnen realisieren durften und den Mut den diese voraussetzen.
  • Danke, dass wir nur durch Sie und mit Ihnen innerhalb eines Jahres unseren Freundeskreis deutlich erweitern konnten: Die Mitarbeiterzahl des Münchner Standortes hat sich fast verdreifacht (von 7 auf knapp 20) – ebenso wie die Quadratmeterzahl unserer Räumlichkeiten.

Doch “Danke” sagen allein ist etwas wenig. Wir haben uns deswegen auch in diesem Jahr dazu entschlossen, unseren Namen ernst zu nehmen und sind gleichzeitig der im letzten Jahr entstandenen Tradition treu geblieben: Unsere diesjährige Spende ging wieder an die Münchner Tafel, wo Sie in diesem Jahr jedoch insbesondere die Kinderherzen höher schlagen ließ.

Abschließend: Danke, dass wir auch im neuen Jahr 2013 auf Sie zählen können!

Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch in das Jahr 2013 wünscht das gesamte Team von We Are Social Deutschland!