Here are all of the posts in the ‘Statement’ category.

Deutsche User interagieren mit Marken – vor allem auf Facebook!

von Bastian Scherbeck in Facebook, News, Statement

Diese Umfrage kommt zum genau richtigen Zeitpunkt. Ende letzter Woche setzten wir uns noch in unserem vielfach diskutierten und rezipierten Artikel mit den Implikationen der Änderungen in Facebooks Edgerank Algorithmus auf die Erstellung von Branded Content auseinander (Kurz gesagt: Qualitativ schlechter Content der die User nicht zur sichtbaren Auseinandersetzung anregt ist rausgeschmissenes Geld!); diese Woche bestätigt eine aktuelle Umfrage von eMarketer: Deutsche Facebook User haben ein überdurchschnittlich hohes Interesse daran, mit Unternehmen (und deren Marken) auf Facebook zu interagieren – so diese denn bereit sind ihre hohen Erwartungen zu erfüllen.

Hier nun die Fakten:

Durchschnittlich knapp 40% der gesamten Zielgruppe (befragt wurden erwachsene Internet-Nutzer in Deutschland im Juni 2012) identifizierten sich auf Nachfrage als “Fan” mindestens einer Marke / einer Organisation. Bei der jüngeren Zielgruppe der 18-34 jährigen ist der Anteil der “Fans” schon deutlich höher: Durchschnittlich 61,5% identifizieren sich hier als “Fans” mindestens einer Marke oder Organisation. Weit abgeschlagen davon (ich predige das – in Bezug auf Deutschland – seit Jahren!) folgt Twitter: Hier sind durchschnittlich nur 7% der befragten Internet-Nutzer daran interessiert, Marken oder Unternehmen zu folgen. Mit einer Ausnahme: 20% der 25-34 jährigen nutzen auch Twitter um mit Marken und Unternehmen zu kommunizieren. Auch wenn die Umfrage dazu keine Aussage trifft: Unsere Erfahrung zeigt, dass es sich hier fast ausschließlich um männliche, technik-affine Nutzer handelt.

Zurück zu Facebook – die Frage nach dem “Warum” ist noch nicht beantwortet: Warum werden deutsche Internet-Nutzer Fans einer Markenpage? Auch dazu befragte eMarketer die Teilnehmer der Umfrage. Die Antwort ist wenig überraschend, zeigt aber erneut auf, das Facebook auch in den Augen der User immer stärker nicht nur als Plattform zum Austausch unter Freunden gesehen wird, sondern eben auch als Plattform für das “Dialogmarketing 2.0″ akzeptiert wird.

Neben Updates zu Produkten, Services, oder Angeboten eines Unternehmens (32% der Befragten geben dies als Grund dafür an, wieso sie die Facebook Page eines Unternehmens geliked haben), zählen auch Discounts, ein frühzeitiger Hinweis auf neue Produkte sowie Promotions und kostenlose Giveaways zu den meistgenannten Gründen für das “Liken” einer Unternehmens-/Markenpage. Auf Platz 5: “Shop with this company or buy this brand on a regular basis”.

Aus unserer Sicht: Ein erster Hinweis darauf, dass Facebook mit seinen aktuellen Anpassungen (bspw. Want-Button) die Zeichen der Zeit erkannt hat und in Ihrer fortlaufenden Plattform-Evolution auch ebenso fortlaufend auf die User hört. Trotzdem: Am Ende macht es der Mix – denn 32% der User sind eben bei weitem nicht 100% und auch die Grundmenge der Befragten lässt keine eindeutigen Hinweise zu. Was bedeutet: Bei “Social Commerce” Ansätzen muss der Fokus eben auf dem “Social” liegen um “Commerce” zu entwickeln. Dann ist der Erfolg (wie die oben genannten Zahlen zeigen) sehr wahrscheinlich. Mit Gutscheinen und platten Produkt-Updates knapp 70% der Fans zu nerven wird hingegen zu keinem langfristigen Erfolg führen.

P.S.: Das E-Mail-Marketing weiterhin eine so große Relevanz einnimmt bestätigt uns erneut in unserem Ansatz der notwendigen Verknüpfung aller (digitalen) Kommunikationsplattformen eines Unternehmens.

Facebook-Content: Ganz oder gar nicht!

von Bastian Scherbeck in Facebook, Statement

Die aktuellen Änderungen an Facebooks Edgerank-Algorithmus und Ihre Auswirkungen auf Branded Content

Neue Studien haben es bereits angedeutet: Facebook hat die Reichweite von Content, welchen Marken auf Ihren Facebook Pages veröffentlichen, halbiert. Das Ergebnis: Die Fans bekommen immer noch jene Postings zu sehen, welche starke Interaktion auslösen, die Wahrscheinlichkeit, das an Fans jedoch auch rein informative, “non-engaging” Posts ausgeliefert werden, hat jedoch stark abgenommen.

Facebooks Aussage ist ebenso klar und deutlich wie nachvollziehbar userzentriert: “all content should be as engaging as the posts you see from friends and family”. Für Marken bedeutet dies vor allem eins: Social Content kann nicht länger das Nebenprodukt / die Zweitverwertung von im Unternehmen eh vorhandenen Content sein. Marken die über Facebook Ihre Zielgruppe erreichen wollen, müssen bereit sein mehr (Ressourcen, Arbeit und Budget) in ihre Contentarbeit zu investieren und letztlich hochqualitative Inhalte produzieren, welche auf die Interessen der Fan-Community einzahlen und diese fortlaufend zur Interaktion anregen. Komplementiert werden muss dies durch Facebook Ads.

Angefangen hat die Geschichte vor knapp zwei Wochen mit einem unbestätigten Bericht, das Facebook seinen Edgerank-Algorithmus angepasst habe um die Anzahl von Marken-/Unternehmenspostings in den Newsfeeds der User deutlich zu reduzieren. Die Annahme: Die Reichweite der Posts von Unternehmen wird um 5-40% abnehmen – zugegebenermaßen eine stark schwammige Aussage.

Einige Tage später jedoch (genauer gesagt am Montag letzter Woche), wurden die Änderungen zum ersten Mal von unabhängiger Stelle bestätigt: Die Studie von Edgerank Checker untersuchte knapp 3.000 Pages und kam zu dem Schluss, dass die Reichweite der untersuchten Seiten im Vergleich zur Reichweite vor den Änderungen im Algorithmus im Schnitt um ca. 20% gesunken war.

Wir wollten es genauer wissen – und außerdem die Entwicklungen seit der Studie von Edgerank Checker erneut unter die Lupe nehmen. Getan haben wir dies in enger Kooperation mit unseren Kollegen und Partnern bei socialbakers, welche freundlicherweise die relevanten Daten zur Verfügung stellten. Hier – exklusiv – die Ergebnisse der Untersuchung:

Average post organic reach 10th Aug- 9th Oct, based on 15,380 posts made by the 157 most active commercial pages in the period.


Sofort ersichtlich: Bereits mit Ende August hat die Reichweite der untersuchten Facebook Pages deutlich abgenommen. Im Klartext: Die durchschnittliche Reichweite der Postings hat um ca. 50% auf durchschnittlich 12% abgenommen. Natürlich wird die exakte Abnahme der Reichweite pro Page variieren – bereits vor den hier diskutierten Anpassungen am Edgerank-Algorithmus spannte sich die Reichweite von durchschnittlich 33% bei Pages mit weniger als 500 Fans bis hin zu knapp 5.6% bei Pages mit mehr als 1.000.000 Fans.

Ein Blick auf die durchschnittliche Page Post Engagement Rate zeigt leichte Fluktuationen, insgesamt bewegt sich diese weiterhin jedoch um 0.4%:

Average post engagement rate 10th Aug- 9th Oct, based on 15,380 posts made by the 157 most active commercial pages in the period.


Wie passt das zusammen? Welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen? Das die durchschnittliche Engagement Rate trotz stark abnehmender Reichweite so gut wie stabil bleibt, kann nur eines bedeuten: Diejenigen Posts, welche tatsächlich an Fans ausgeliefert und von diesen gesehen werden, regen deutlich stärker zur Interaktion an.
Was soll das Ganze? Geht es hier einfach nur um einen zynischen Trick von Facebook mit dem Ziel die Werbeeinnahmen deutlich zu steigern? Oder handelt es sich um eine verständliche, ja sinnvolle Anpassung des Algorithmus, welche es Facebook erlaubt die wachsende Anzahl von Pages mit einer Vielzahl von Fans sowie die immer stärker werdende Aktivität dieser Pages zu kompensieren?
Facebook hält sich in seinen öffentlichen Äußerungen zu diesem Sachverhalt bedeckt:

We’re continuing to optimize Newsfeed to show the posts that people are most likely to engage with, ensuring they see the most interesting stories. This aligns with our vision that all content should be as engaging as the posts you see from friends and family.

Basierend auf dieser Aussage und den Erkenntnissen welche sich aus den Daten von socialbakers ziehen lassen, können wir eines jedoch klar sagen: Facebook hat den Edgerank Algorithmus erneut deutlich angepasst, mit dem Ziel die schiere Menge von Branded Content in den Newsfeeds der User deutlich zu reduzieren. Genauer gesagt: Die Anpassungen im Edgerank verfolgen das Ziel, den Usern im Newsfeed nur noch solche Inhalte auszuliefern, welche wirklich “engaging” sind. Die “less engaging” Inhalte hingegen werden mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit ausgeliefert.

Auch wenn der EdgeRank schon immer so gearbeitet hat: Mit den letzten Änderungen hat sich die Lage noch einmal deutlich zugespitzt und Marken kämpfen um einen deutlich kleineren “share of newsfeed”. Die Optimierung jeglicher Inhalte auf Engagement / Interaktivität wird damit noch wichtiger.

Eine reduzierte organische Reichweite, gesehen im Kontext der gerade von Facebook veröffentlichten Nachweise das auch im Social Web eine hohe Reichweite Umsätze deutlich erhöht, bedeutet am Ende des Tages dann doch eines: Die Reichweite des hochqualitativen, zur Interaktion anregenden Contents muss notwendigerweise durch Investments in Facebooks Mediaformate erhöht werden. Doch Vorsicht: “Engaging” muss der Content schon sein – sonst kann man das Geld eher direkt zum Fenster rauswerfen als es in Media auf Facebook zu investieren.

Das Ergebnis: Marken kommen ab sofort nicht drumherum, deutlich mehr Ressourcen und Budget als bisher in hochqualitativen, mehrwertigen Content zu investieren, welcher Ihre Communities fortlaufend zur Interaktion anregt. Oder wie wir bei We Are Social sagen: Content OF the people, not AT the people.

Die Zeiten in denen Marken auf Facebook mit dem Kauf von Fans und kaum mehr als Basisarbeit im Community Management Erfolg haben konnten sind definitiv vorbei. Die Anpassungen im Edgerank Algorithmus werden Marken auf kurz oder lang dazu zwingen Social Content zu produzieren, der “as engaging as the posts [...] from friends and family” ist – unterstützt durch den effizienten und effektiven Einsatz von Facebook Media. Sollten Marken die dafür notwendigen Fähigkeiten und Ressourcen nicht in-house haben, werden Sie die Unterstützung von spezialisierten Agenturen benötigen, welche in der Lage sind Social Content zu produzieren und Media effektiv zur Unterstützung desselben einzusetzen.

Social Commerce ist kein Sales-Tool!

von Thomas Hirschmann in Statement

Ein kurzes Essay für alle, die noch auf der Suche nach dem perfekten Social Commerce Tool sind…

Die digitale Community beschäftigt sich schon eine ganze Weile kritisch mit dem Thema Social Commerce und nicht wenige gehen davon aus, dass Verkaufen mit der Idee des sozialen Austauschs grundsätzlich nicht vereinbar sei. Als Begründung wird angeführt, dass gebrandete Shop-Systeme im sozialen Kontext nicht funktionieren würden, oder dass das Social Web mit einer professionellen Verkaufs-Attitüde unvereinbar sei, oder dass die Menschen Facebook allgemein kein Vertrauen schenken wenn es um Verkaufsprozesse geht. Solche kritischen Aussagen lassen einige eCommerce-Experten zu dem Schluss kommen, dass Social Commerce generell nicht funktioniert. Dabei handelt es sich jedoch um ein grundsätzliches Missverständnis über den Charakter von Social Commerce und letztlich auch über das Verhältnis von Mensch und Produkt. Ein korrektes Verständnis des Themas Social Commerce rückt diese Perspektive insoweit zurecht, als es nicht Produkte sondern Menschen in den Mittelpunkt stellt. Im Fokus einer funktionierenden Social Commerce Strategie steht demzufolge zunächst ein echtes Verständnis der sozialen Ziele und Motivationen der menschlichen Teilnehmer digitaler Communities und keinesfalls der bloße Abverkauf von Produkten oder dafür vorgesehene Tools, Applikationen und Plattform-Mechaniken.

Darin liegt eine große Herausforderung. Aber auch eine große Chance, zumindest für diejenigen, die verstanden haben, dass man zuerst die Motivation einer Community verstehen muss, bevor man dort einen neuen „Marktplatz“ einrichten kann. Generell auf dem richtigen Weg befinden sich psychologisch orientierte Ansätze, die den sozialen Mehrwert der Social Web Nutzer in den Vordergrund stellen und daraus heuristische Prinzipien ableiten.  Auch diese Ansätze bleiben aber stumpf solange sie nicht die individuelle Motivation der Community-Nutzer berücksichtigen.

Das oberste Prinzip jeglicher Social Commerce Bemühung heißt daher: Verstehe die Motivation Deiner anvisierten Nutzer-/Käuferschaft. Grundsätzlich sind Menschen nicht geboren um zu kaufen, sondern sie kaufen um bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen. Im sozialen Kontext bedeutet das, dass es sich um ein originär soziales Bedürfnis handeln muss – denn generische Produkte ohne sozialen Bezug und sozialen Mehrwert können über jede (Preis)Suchmaschine schneller, einfacher und vor allem billiger erstanden werden.

Doch wie kann ich den Nutzern einer Community einen solchen sozialen Mehrwert  zur Verfügung stellen? Dabei handelt es sich um eine originär kreative Leistung, die grundsätzlich nicht durch Applikationen oder geldwerte Incentives ersetzt werden kann. So ein „Mehrwert“ kann zum Beispiel die Möglichkeit zur positiven Selbstdarstellung über ein individuelles/individualisierbares Produkt sein. Da beim Social Commerce aber eben grundsätzlich nicht Produkte sondern Menschen und deren soziale Interaktion im Vordergrund steht muss es aber nicht notwendigerweise nur um Kaufprozesse gehen – eine wichtige Alternative kann das Sharing oder der Tausch sein.

Soziale Prozesse haben darüber hinaus mit dem Aufbau und der Aufrechterhaltung von engen sozialen Beziehungen zu tun, man denke hier zum Beispiel an die kulturübergreifend etablierte Praxis des individuellen wie kollektiven Schenkens. Genauso liegt auch der Kooperation und der gegenseitigen Unterstützung im Urgedanken ein soziales Prinzip zu Grunde: Irgendwann brauchen wir alle Hilfe, daher sind Menschen auch – entgegen dem rationalistischen Zerrbild des früher vertretenen homo oeconomicus-Modell – durchaus altruistisch veranlagt wenn der entsprechende Kontext sozial ausgestaltet ist.

Letztlich gilt aber auch in sozialen Communities: Nicht jeder ist gleich, manche Vertreter haben einen überdurchschnittlich hohen Einfluss oder eine überproportional hohe Beteiligung innerhalb der Nutzergemeinschaft. Diesen „Influencern“ kann und soll man auch eine Basis für ihr Engagement geben, wenn es vor dem Hintergrund des durch sie generierten Mehrwerts für die Community gerechtfertigt ist. Diesbezüglich existieren Möglichkeiten analog der von Amazon im Rahmen ihres Marketplace-Ansatzes genutzten Technik. Eine dieser Möglichkeiten ist etwa Curated Commerce, das heißt den durch hervorragende Leistung ausgezeichneten Experten in einer Community eine besondere Plattform für ihre Aktivitäten zu geben.

Zusammengefasst lassen sich folgende fünf Regeln für die Entwicklung einer funktionierenden Social Commerce Strategie ableiten – Regeln die vor dem Hintergrund jeder Nutzer-Gemeinschaft individuell und kreativ mit Leben erfüllt werden wollen:

1. Verstehe die Motivation Deiner anvisierten sozialen Web-Community: Der von We Are Social realisierte Case einer „Get Well“-Soup veranschaulicht besonders gut, was hier gemeint ist: Statt einer simplen Hühnersuppe verkaufte die Ketchup- und Suppen-Marke Heinz auf Facebook äußerst erfolgreich einen individualisierbaren Genesungs-Gruß, den man in der kalten Jahreszeit seinem kranken Freund als Zeichen der persönlichen Sorge schicken konnte.

2. Entwickle einen konkreten sozialen Mehrwert für den individuellen Nutzer innerhalb der sozialen Gemeinschaft, etwa über individuelle/individualisierbare Produkte. Ein anschauliches Beispiel für diese Art des sozialen Mehrwerts bietet der Case des BMW Key2Joy, eines über Facebook und Amazon UK im Rahmen eines mittlerweile abgeschlossenen Pilotprojekts käuflichen Covers zur Individualisierung des BMW Fahrzeugschlüssels. Der soziale Mehrwert entstand hier als spezielle Art von Conspicuous Consumption, bei der der Käufer seiner sozialen Community zu verstehen gibt, dass er BMW fährt und darüber hinaus auch noch besonderes Stilbewusstsein besitzt.

3. Ermögliche den Austausch der Nutzer untereinander, zum Beispiel über den Tausch oder das Teilen von Produkten und Dienstleistungen (Intra Community Exchange). Die Marke Patagonia liefert hierfür ein wunderbares Beispiel, das auch noch perfekt auf die nachhaltigen Werte der Marke einzahlt: Patagonia-Nutzer können ihre gebrauchten Produkte auf einem eigens dafür eingerichteten eBay-Shop kaufen und verkaufen und qualifizieren sich dadurch als nachhaltige Verbraucher.

4. Fördere die Kooperation und gegenseitige Unterstützung der Teilnehmer Deiner Community. Airbnb und Travelmob sind hervorragende Beispiele hierfür und zeigen zugleich wie aus kooperativen Ansätzen neue, innovative Geschäftsmodelle entstehen können: Private Vermieter teilen ihre Unterkunft zu günstigen Tarifen mit Reisenden.

5. Stelle Deinen wichtigsten Influencern eine Plattform zur Verfügung, mit deren Hilfe sie ihr Engagement zum Nutzen der gesamten Social Web Community einbringen können. Ein perfektes Beispiel hierfür stellt die Art und Weise dar, wie das Thema Curated Commerce in der Fashion Industrie Verwirklichung findet: Fashion Online Shops wie etwas LookLab binden Fashion Insider aktiv in ihren Online-Auftritt ein und ermöglichen Kunden so einen stilsicheren Einkauf.

Richtig verstanden bilden diese fünf Regeln eine valide, strukturierte Grundlage für die Erarbeitung einer funktionierenden Social Commerce Strategie. Entsprechend der jeweils anvisierten Community werden die Regeln dabei zu jeweils unterschiedlichen Lösungen führen, deren Qualität wesentlich von der investierten Kreativität und Erfahrung abhängen wird. Abschließend sei daher noch betont, dass es sich hier nicht um eine Anleitung nach Schema F(acebook) handelt – die Ausarbeitung einer funktionierenden Social Commerce Strategie verlangt Verstand und Expertise. Und im besten Fall eine speziell dafür qualifizierte Agentur.

Social 24/7 – Die Quadratur des Kreises?

von Bastian Scherbeck in Statement

Brian Mandelbaum, Ad Executive mit Historie in den großen Agenturen dieser Welt, hat sich einiges vorgenommen: Zum Ende des 3. Quartals dieses Jahres möchte er alles für den Start eines Agenturmodells vorbereitet haben, welches 24/7 für die Kunden des Kunden da ist. Wichtig: Wir reden nicht von 8 über den Erdball verteilten Standorten, sondern von einer einzigen Agentur, welche im Schichtbetrieb 24/7 Unternehmen und Marken im Social Web vertreten soll. Die Agentur hat noch nicht einmal einen Namen, ist bereits aber in aller Munde: Die Debatte ist angefacht. Gute PR oder ein ernsthaftes Unterfangen?

Mandelbaums Schlussfolgerung scheint logisch: Auch wir erhalten deutlich vermehrt Pitchbriefings und Anfragen, welche die magischen “24/7″ beinhalten. Warum also nicht dem Markt folgen und eine Agentur aufmachen, die 24/7 nicht nur verspricht, sondern als Kern ihrer DNA ansieht? Natürlich gibt es die globalen Netzwerke, welche – zugegebenermaßen mit Organisationsaufwand – diese Anforderungen ebenfalls erfüllen können. Mandelbaum dazu:

most of those firms don’t have expertise in social media, community management or content creation and they don’t necessarily work on the same clients all around the globe

Abgesehen von der Tatsache, dass der gute Mann sich dringend mal mit uns unterhalten sollte, gibt es aus meiner Sicht wenige gute Gründe für und viele gute Gründe gegen ein solches Modell.

Dafür spricht sicherlich:

  • In einigen Branchen und Industrien ist das Customer Engagement (die Auseinandersetzung und Interaktion der Kunden mit der Marke) weder auf den Wochentag, noch auf die “üblichen” Geschäftszeiten fokussiert, sondern findet mit Vorliebe früh morgens, spät abends und am Wochenende statt.
  • Die Betreuung durch nur eine Agentur (im Gegensatz zu einem sich gegenseitig ablösenden Netzwerk von Agenturen) verhindert Reibungsverluste, sorgt für einen optimalen Einsatz des Budgets und erlaubt damit Effizienz wie Effektivität.

Soviel zur Theorie. In der Praxis ist das Mandelbaumsche Modell wenig durchdacht. Gegen dieses spricht:

  • Ein 24/7 Service durch qualifiziertes Personal verursacht enorme Kosten für die Kunden: Die Agentur fokussiert sich damit bereits mit Ihrer Gründung auf ein sehr überschaubares Kundenklientel.
  • In großen Unternehmen gibt es bereits eine 24/7 Infrastruktur: Den Kundenservice. Wenig erstaunlich: Setzt sich ein (potenzieller) Kunde morgens um 3 Uhr ernsthaft mit einer Marke auseinander, geht es in der Regel um eben dieses: Einen Fall für den Kundenservice. Edukation statt Substitution ist hier die richtige Herangehensweise.
  • 18 Stunden am Tag (auch wenn das nicht erfreulich ist) decken auch unzählige andere Agenturen ab …
  • Mandelbaum dürfte extreme Schwierigkeiten bekommen, seinen Laden zu staffen: Selbst zu regulären Arbeitskonditionen sind gerade kaum erfahrene Kollegen auf dem Markt zu finden.
  • Wenn 24/7 ernsthaft gebraucht wird, handelt es sich in der Regel um globale Auftritte. Es gibt genügend Länder auf der Welt, in denen (man mag es kaum glauben …) flüssiges Englisch nicht zum sprachlichen Repertoire der Gesamtbevölkerung gehört. Mandelbaum sucht also nicht nur erfahrenes Personal, dieses sollte auch noch Englisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch etc. sprechen …
  • Auch wenn Software nicht perfekt ist: Monitoring-Software wird jedes Jahr besser und wenn es sein muss, reisst mich diese eben aus dem Bett.

Die Liste ließe sich noch endlos weiterführen – ein schlagendes Argument möchte ich aber noch prominent herausheben: Ein 24/7 Engagement einer Agentur führt tendenziell auch zu dem Bedürfnis eines 24/7 Ansprechpartners auf der Unternehmensseite. Sollte dieser eh nur im Kundenservice sitzen: Siehe oben. Ansonsten: Viel Glück bei der Kundensuche!

Wie ist eure Meinung zu der Causa Mandelbaum?

David braucht Goliath. Und Goliath braucht David.

von Bastian Scherbeck in Statement

(Oder: Warum WIR die wirklich großen Agenturen dieser Welt brauchen. Warum SIE ohne UNS nicht können. Und warum das gelegentlich schmerzt.)

————————————–

Vor etwas mehr als einem Jahr saß ich da: Alleine, auf insgesamt 400 qm. Unzählige leere Räume, ein Schreibtisch, ein Telefon, der Internetzugang, mein MacBook und ich. Ich war aufgebrochen, die deutschsprachige Social Media Landschaft zu erobern. David gegen Goliath, ich gegen die großen Agenturen in Hamburg, Berlin, Frankfurt und co. Im Hinterkopf die immer wieder verdrängte Frage: Macht das Sinn? Habe ich eine Chance? Was kann ich anbieten, was die nicht anbieten können?

Fast Forward: 15 Monate später. Um mich herum 19 erfahrene und engagierte Kollegen in Vollzeit, 140 vollgestopfte qm Bürofläche, ein Umzug in ein 400 qm großes Büro vor der Nase, eine Kundenliste die sich sehen lassen kann – und ein staunender Basti. Wie konnte das passieren? Es wird Zeit für zwei Statements zur aktuellen Agenturlandschaft in Deutschland – aus Sicht einer dezidierten “Social Media Agentur”.

We Are Social macht nur “Social”. Aber: “Social” alleine macht keinen Sinn.

Wer bei uns anruft, weiß warum er das tut: We Are Social bietet seinen Kunden und Partnern geballte Expertise im social web. Online-Konversationen sind unser Zuhause – wir organisieren, planen, skalieren und implementieren Strategien und Taktiken, welche es unseren Kunden und Partnern ermöglichen, digitale Konversationen als Mittel zur Erreichung der Unternehmensziele einzusetzen. Man könnte das ein typisch digitales Geschäftsmodell nennen: Unser Zuhause ist die Nische.

Auf der einen Seite macht es uns das einfach: Wir müssen uns nur seltenst erklären, wir können uns ganz auf unsere Nische konzentrieren und Tag für Tag daran arbeiten, dass wir nicht nur zu den Besten gehören, sondern auch in Zukunft unter diesen zu finden sind. Auf der anderen Seite macht es uns das Leben schwer: Denn je tiefer unsere Arbeit in die gesamte (Marketing-)Kommunikation eines Unternehmens integriert ist, um so effizienter und effektiver ist sie. Heisst: Die gesamte Marketingkommunikation, von Print über TV und klassisch-digital bis social, gewinnt rapide an Effizienz und Effektivität je tiefer sie integriert ist. Das verstehen alle Kunden. Das verstehen auch die meisten klassischen bzw. klassisch-digitalen Agenturen. Aber nicht alle. Es gibt sie immer noch: Die großen Agenturen bzw. Netzwerke, welche Ihren Kunden ein Engagement im Social Web unreflektiert gleich ganz auszureden versuchen oder das Social Web als Content-Depot / Reichweitengenerator für Ihre klassischen Kampagnen verstehen – ohne Kenntnis der dahinter stehenden, eben primär sozialen, Dynamiken. Und sich dann wundern, wenn der Kunde doch bei uns landet.

Wir lieben unsere Nische

Es passiert immer wieder: Die Social Media Agentur betritt die Bühne, bei der klassischen Agentur geht die Angst um: Werden wir jetzt überflüssig? Wollen die uns unseren Kunden abspenstig machen?

Jetzt mal ernsthaft.

Liebe Agenturen: Das kann doch nicht Euer Ernst sein. Und: Das können wir nicht. Und: Das wollen wir auch gar nicht. Wir wollen Euch helfen, Eure (und damit unsere) Ziele zu erreichen und damit Eure und unsere Kunden glücklich zu machen. Das hat uns in Deutschland in einem Jahr auf eine respektable Größe katalpultiert und macht uns global zur größten und erfolgreichsten Social Media Agentur. Möglich ist dies allerdings nur wenn wir zusammenarbeiten und Ihr unsere Expertise zulasst. Natürlich bedeutet das: Eure Arbeit verändert sich. Manch eine Kampagne nimmt in der Zusammenarbeit mit uns andere Formen an. In jeder Kampagne lernen wir beständig voneinander. Mit jeder werden wir besser, mit jeder werdet Ihr besser. Und irgendwann definiert sich der Markt wieder neu. Aber für den Moment sind wir was wir sind: Glücklich in unserer Nische. Auf eine weiterhin gute (und noch bessere) Zusammenarbeit!