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Facebook Graph Search: Die Fakten

von Stefanie Hecht in Facebook

Vergangene Woche verkündete Facebook mit der Graph Search einen neuen, vereinfachten Weg um Freunde, Orte, Fotos und andere Dinge bei Facebook zu finden.
Das “Finden” wird von Mark Zuckerberg besonders betont, denn es geht primär darum Antworten zu geben und nicht wie bei der klassischen Websuche eine Ansammlung von Links zu erhalten um sich dort mögliche Antworten zusammenzusuchen.

Anstatt Keywords rückt die logische Kombination verschiedener Satzteile ins Zentrum der Suchabfrage, die sich schon während des Tippens dynamisch ändert. “Fotos von Freunden die in Italien im Urlaub waren“, “Alle Freunde die Fans von Playmobil sind“, “Freunde meiner Freunde die Single sind und Fußball mögen“, „ “Menschen die das gleiche mögen wie ich“, …. die Möglichkeiten lassen sich schier unendlich weiterstricken.

In der aktuellen Beta-Version, die nur einer begrenzten Anzahl an Usern zugänglich gemacht werden wird, können Nutzer unter anderem Menschen, Orte, Fotos und Interessen miteinander verbinden. Aber Facebook plant künftig auch Posts und Open Graph Aktionen in der Suche zu ergänzen. Folgendes Video erläutert die Motivation Facebooks, die hinter dem Launch steht:

Wie bei allen neuen Funktionen stellt sich die Frage, mit welchen Auswirkungen sich Marken und deren Fanpages konfrontiert sehen werden. „Die unmittelbaren Konsequenzen werden zunächst eher gering sein.“ erklärte unser Global Managing Director Robin Grant gegenüber der AdWeek „Es scheint, als wäre das Produkt ohne direkten Bezug zu Nutzerbedürfnissen entwickelt worden. Im Moment bietet es noch wenig Nutzen und erfordert eine massive Veränderung des Nutzerverhaltens. Deshalb kann man von einem ähnlichen Ablauf wie bei Wolfram Alpha ausgehen.”

Sollte Facebook die Funktion aber über die momentan noch eingeschränkten Suchoptionen “Menschen, Orte und Interessen“ hinaus weiterentwickeln und Graph Search von den Usern in ihrer täglichen Facebook Nutzung adaptiert werden, kann die Funktion auch für Marken interessant werden; so Grant gegenüber Econsultancy. „Sponsored Result Ads“ werden langfristig mehr Relevanz für Werbetreibende entwickeln.

Für Händler oder andere Geschäfte mit physischem Standort wird es jetzt zusätzlich notwendig, Facebook Ortsseiten für jede ihrer örtlichen Niederlassungen anzulegen und zu pflegen.
Zentraler Punkt ist und bleibt, wie nützlich die Graph Search wirklich für das Facebook Nutzer sein kann. TechCrunch zeigt in einem Blogpost noch mehr Beispiele für Suchabfragen, zum Beispiel um neue Leute kennen zu lernen, die in der Nähe wohnen und Indiana Jones mögen, aber auch für lokale Empfehlungen: „Restaurants in Rom, deren Fans in Rom leben“.

Ein sehr ausführlicher Artikel der Wired erklärt die Hintergrundgeschichte zur Entwicklung der neuen Funktion, welche Motivation und welch großes Potential hinter ihr steckt und bezeichnet sie sogar als Waffe um Google zu besiegen. Die Antwort von Zuckerberg auf die Frage, ob die Zahl der Suchabfragen von Facebook mit Googles Abfragen mithalten könnte, gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen der Funktion:
„Mit der Zeit hoffentlich. Wir haben die Suche entwickelt, weil wir denken, dass sie etwas darstellt, was die Menschen benutzen wollen. Es gibt noch viele Funktionen, die wir jetzt noch nicht eingebaut haben. Ich denke aber, wir sind gerade erst am Anfang.“
Facebook’s Ambitionen sind also groß, auf der anderen Seite gibt es aber auch noch eine Reihe kritischer Stimmen, beispielsweise der CNN. Damit Facebook langfristig ein erfolgreiches Empfehlungstool wird, muss sich das User Verhalten enorm ändern. Beispielsweise nutzen die User weit weniger oft den Like Button, als Facebook hofft. Das bedeutet, dass bei der Suche “Restaurants, die meine Freunde in München mögen“, nur solche in den Suchergebnissen auftauchen, die aktiv geliked wurden. Schafft es Facebook, einen Weg zu finden, jene Informationen zu verarbeiten, in denen User bestimmte Restaurants positiv erwähnen, könnte das Tool einen weitaus größeren Mehrwert bieten.
Eine weitere Herausforderung der Suchfunktion wird die geringe Aktivität einer großen Zahl an Accounts sein. Von den 67% der globalen Internetbevölkerung, die einen Facebook Account besitzen, nutzen rund 25% diesen nicht mehr. Während 80% der aktiven User Fotos teilen, kommentierten nur 60% öffentlich.
Facebook muss es also schaffen, noch mehr User zum aktiven Teilen ihrer Aktivitäten zu bringen, um die Graph Search erfolgreich zu machen. Dieser Trend lässt sich aber im Moment anhand der Zahlen nicht ablesen.

Auch hierzu gibt es jedoch Stimmen, die der Ansicht sind, dass gerade die Graph Search selbst diese Verhaltensänderung auslösen wird.

Die Theorie besagt, dass beim momentanen Aufbau von Facebook, das Teilen von Inhalten primär für die Teilenden nützlich ist und weniger denen nutzt, mit denen die Inhalte geteilt werden. Dies hat wenig mit dem Mitteilen im realen Leben zu tun. Durch die Graph Search könnte sich dies ändern, da durch das Teilen letztendlich jeder in einem größeren Rahmen von akkurateren Suchergebnissen profitiert. Andererseits könnte sich dadurch aber auch das Like-Verhalten insgesamt ändern: Die Seiten haben nun einen stärkeren Bezug zum User, welcher wiederum vorsichtiger im Verteilen von Likes wird. Insgesamt gibt es also eine Vielzahl an Faktoren, die Einfluss darauf haben, wie User und Marketer künftig durch die Graph Search beeinflusst werden.

Auch die Privatsphäre ist ein Thema, mit dem sich User künftig noch stärker beschäftigen werden müssen. Zwar gibt es keine Änderungen, welche Informationen privat oder öffentlich sind, es wird aber viel einfacher, vorhandene Informationen zu finden. Gizmodo listet ein paar Anlässe auf, bei denen sich einige wünschten, sie wären etwas vorsichtiger mit dem Like Button umgegangen. Jeder sollte also noch einmal überprüfen, was er geliked hat.

Denn Facebook macht es jetzt in der Tat unmöglich, nicht in den Suchergebnissen zu erscheinen. Für die Plattform ist dies ein logischer Schritt, wenn man bedenkt, dass die Suche nur durch die Daten funktioniert. User müssen in Zukunft aber noch vorsichtiger sein, welche Informationen sie öffentlich teilen.

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